Politik

Im Schwarzen MeerSchiffe vor Bulgarien mutmaßlich von Drohnen angegriffen

13.10.2026, 09:56 Uhr
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Bulgarien grenzt weder an die Ukraine noch an Russland. (Foto: IMAGO/SNA)

Es ist der zweite Vorfall dieser Art innerhalb einer Woche. Im Schwarzen Meer werden vor Bulgarien zwei Schiffe angegriffen, eines sinkt. Der Ministerpräsident des Nato-Landes findet scharfe Worte und bittet um Hilfe.

Bei einem mutmaßlichen Drohnenangriff vor der bulgarischen Schwarzmeerküste sind erneut zwei Schiffe getroffen worden. Eins der beiden Schiffe sei gesunken, teilte Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radew mit. Um 1.30 Uhr Ortszeit sei ein erstes Signal "über ein in Seenot geratenes Schiff empfangen worden". Die Besatzung aus sieben Ukrainern und acht Aserbaidschanern konnte demnach gerettet werden. Ihren Angaben zufolge sei das unter maltesischer Flagge fahrende und der Ukraine gehörende Schiff etwa 33 Kilometer von der Küste entfernt "von drei Drohnen aus der Luft" getroffen worden. Ein Besatzungsmitglied von dem zweiten, gesunkenen Schiff sei gerettet worden.

"Das ist absolut inakzeptabel - ein weiterer Angriff in unmittelbarer Nähe der bulgarischen Hoheitsgewässer", sagt Radew. Er wolle mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte über den Vorfall sprechen. Bulgarien grenzt weder an die Ukraine noch an Russland, nimmt aber als Nato-Mitglied eine strategische Position am Schwarzen Meer ein. Es gebe keine eindeutigen Beweise, wer für den Angriff verantwortlich sei. Der Vorfall nütze allerdings Russland. Deshalb werde er den russischen Botschafter einbestellen.

Erst in der vergangenen Woche waren bei einem Drohnenangriff vor der bulgarischen Küste zwei Handelsschiffe getroffen worden. Dabei war ebenfalls eines der Schiffe gesunken, die gesamte Besatzung gilt als vermisst. Auf dem zweiten Schiff war nach Angaben der bulgarischen Behörden ein Feuer ausgebrochen, die 18-köpfige Crew konnte jedoch in Sicherheit gebracht werden.

Radew verurteilte auch den Drohnenangriff als "eklatanten Verstoß gegen das Seerecht und allgemein gegen die Regeln der Schifffahrt". Die bulgarischen Behörden konnten nach eigenen Angaben aber zunächst nicht herausfinden, wer die Drohnen abgefeuert hatte. Am Montag erst hatte das Land die Europäische Union und die Nato um technische Hilfe bei den Ermittlungen gebeten.

Infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist das Schwarze Meer immer wieder Schauplatz von Drohnenvorfällen. Laut der türkischen Handelskammer für Seefahrt (IMEAK) wurden seit Beginn des Krieges vor mehr als viereinhalb Jahren fast 230 zivile und Handelsschiffe im Schwarzen Meer angegriffen, der Großteil davon in diesem Jahr.

Quelle: ntv.de, csi/AFP/rts/dpa

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